0. Vorbemerkung
Dieser Bericht ist der erste des im November 2021 neu gewählten Vorstandes und bezieht sich (ausnahmsweise) auf die zwei Kalenderjahre, nämlich 2021 und 2022. Hintergrund dafür ist die Coronapandemie, die eine kontinuierliche Vorstandsarbeit – gerade auch im Zusammenhang der Neukonstituierung des Vorstandes – erschwert hat. Außerdem war die Durchführung vieler Aktionen des Vereins in dieser Situation insgesamt schwierig.
1. Vorstand und Mitgliederentwicklung, sowie Öffentlichkeitsarbeit
1.1. Vorstand
Nach dem Ausscheiden der langjährigen 1. Vorsitzenden, Andrea Rumpel, und der ebenso lange im Amt befindlichen 2. Vorsitzenden, Anne Schulte-Altedorneburg, aus ihren Ämtern im Jahr 2021 wurden umfangreiche Neu- und Umbesetzungen im Vorstand notwendig. Auf der Mitgliederversammlung 2021 wurde den beiden ausscheidenden Vorständen der tiefe Dank für das langjährige Amt ausgesprochen und beide zu Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt.
Durch die Mitgliederversammlung neu zum 1. Vorsitzenden wurde der bisherige Kassierer, Frank Behr, gewählt, zur 2. Vorsitzenden die bisherige Schriftführerin, Birgit Poller. Dadurch wurden Nachwahlen für diese beiden Positionen erforderlich. Zur Kassiererin wurde Monika Preylowski gewählt, zur Schriftführerin Christine Balde. Alle Wahlen zum Vorstand erfolgten einstimmig. Die weiteren Vorstandsmitglieder wurden ebenfalls einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.
Der neugewählte Vorstand hat dann die Arbeit aufgenommen. Da die Eintragung der Veränderung beim Amtsgericht Hamm sich aus unterschiedlichen Gründen sehr in die Länge zog, konnte der neue Vorstand erst gut ein Jahr nach der Wahl „offiziell“ seine Tätigkeit aufnehmen. Da beide jetzigen Vorsitzenden aber auch zuvor schon Teil des Vorstandes gewesen waren, war eine Durchführung der Vereinsaktivitäten trotz der o.g. Verzögerungen möglich und gewährleistet.
1.2. Mitgliederentwicklung
Die Entwicklung der Mitgliederzahl ist nach wie vor nicht befriedigend. Zwar können durch einzeln neu gewonnene Mitglieder Abgänge an anderer Stelle teilweise ausgeglichen werden. Insgesamt ist die Zahl der Mitglieder allerdings rückläufig. Problematischer als die bloße zurückgehende Zahl der Mitglieder ist hier aber etwas anderes: Bedingt durch die relativ hohe Altersstruktur der Mitglieder ist es zunehmend schwerer aus diesem Kreis Mitarbeiter:innen bei Aktionen oder für die Arbeit im Vorstand zu gewinnen, bzw. aktivieren zu können.
1.3. Öffentlichkeitsarbeit
Im Berichtszeitraum wurde kurz nacheinander 2x die Homepage des Vereins auf der Seite des Providers durch einen Computervirus infiziert. Dieser möglicherweise auf einen „Hackerangriff“ zurückzuführende Vorfall machte es einerseits erforderlich, die bisherige Internetpräsenz des Vereins komplett vom Server zu entfernen, andererseits ist es notwendig geworden, die Seite komplett neu aufzusetzen. Da der damit verbundene Zeitaufwand nicht unerheblich ist, ist seit dem Sommer 2022 lediglich eine „Notpräsenz“ im Internet aufrufbar. Zu Beginn des Jahres 2023 ist aber aller Voraussicht nach wieder eine informative Internetpräsenz online.
Die bisherigen Werbe- und Informationsflyer des Vereins sind aufgrund der Veränderungen im Vorstand nicht aktuell. Allerdings wurden im Berichtszeitraum zunächst einmal noch bereits erstellte Flyer „zu Ende verbraucht“. Ebenfalls zu Beginn des Jahres 2023 ist eine Neuauflage des Flyers vorgesehen.
Bei Aktionen des Vereins (s.u.) sind sowohl Informationstafeln als auch Plakate und Banner am Stand sichtbar. Ebenfalls wahrnehmbar wird der Verein im Straßenbild durch Stoffbeutel mit dem Vereinslogo, die z.B. im Rahmen von Bücherverkäufen als Transportbeutel mit verkauft werden.
Der Kontakt zur lokalen Presse gestaltet sich zuweilen nicht ganz einfach, da z.B. durch Wechsel im Redaktionskreis des „Hellweger Anzeiger“ immer wieder mit Personen ohne Kenntnisse des Vereins und der Vereinsziele grundsätzliche Erläuterungen notwendig werden. Daher werden Berichte und Informationen über Vereinsaktivitäten gelegentlich nur eingeschränkt zutreffend veröffentlicht. Deutlich problemloser stellt sich hier der Kontakt zum „emscherblog“ dar. Die kostenlosen Zeitungen/Zeitschriften mit lokalem Bezug zu Holzwickede nehmen die Aktionen des Vereins mal mehr mal weniger wahr und berichten dementsprechend lediglich hin und wieder.
2. Einnahmen
Insgesamt entwickelt sich die Einnahmeseite trotz der Coronapandemie weiter zufriedenstellend bis gut. Das Ziel, zur Not ein weiteres Jahr Bedürftige unterstützen zu können selbst wenn Einnahmen annähernd komplett wegbrechen sollten, konnte erreicht werden.
2.1. Mitgliedsbeiträge
Der Mindestbetrag beträgt weiterhin 12€. Der leichte Mitgliederverlust zeigt sich selbstverständlich auch bei der Höhe der erzielten Einnahmen durch die Mitgliedsbeiträge. Da neue Mitglieder in der Regel (teils deutlich) höhere Beiträge zahlen, liegen die Einnahmen durch die Mitgliedsbeiträge stabil bei rund 2.000€. Seit 2020 werden die Mitgliedsbeiträge jeweils kurz vor Beginn der „Aktion Weihnachtsgeld“ per Lastschrift eingezogen. Gut 90% der Mitglieder nutzen diese Möglichkeit der Zahlung der Beiträge.
2.2. Einnahmen durch Aktionen des Vereins
Deutlich rückläufig waren die Einnahmen im Berichtszeitraum, die durch Verkaufsaktionen und sonstige Aktivitäten des Vereins erzielt werden konnten. Das ist im Wesentlichen ebenfalls der eingeschränkten Möglichkeiten wegen der Coronapandemie geschuldet. Es waren kaum Aktionen möglich und diejenigen, die durchgeführt werden konnten, mussten deutlich „abgespeckt“ umgesetzt werden.
2.3. Spenden
In den zurückliegenden Jahren hat sich die Spendenbereitschaft der Holzwickeder:innen erfreulicherweise weiterhin gut entwickelt. Viele Spender:innen unterstützen die Vereinsarbeit seit vielen Jahren kontinuierlich, teilweise mit erheblichen Summen. Andere Spender:innen konnten durch persönliche Ansprache und die Präsenz in der gemeindlichen Öffentlichkeit neu gewonnen werden. Insgesamt kann und muss betont werden, dass die Spendeneinnahmen das wesentliche Rückgrat zur Ermöglichung der Unterstützung Bedürftiger darstellt.
Bis zu 300€ ist das Ausstellen einer Spendenbescheinigung zur Angabe der Spende im Rahmen einer Einkommenssteuererklärung beim Finanzamt zwar nicht erforderlich (es reicht ein Überweisungsbeleg), bei Vorliegen der Anschrift einer/s Spender:in werden aber Bescheinigung ab 100€ Spendeneingang automatisch ausgestellt. Auf Wunsch wird jede eingegangene Spende auch bescheinigt.
2.3.1. Anlassbezogene Spenden
Aus Anlass von (runden) Geburtstagen oder im Zusammenhang von Sterbefällen rufen immer mehr Menschen dazu auf anstatt von Geschenken oder Grabschmuck die Arbeit des Vereins zu unterstützen. Der Anteil dieser Spendeneinnahmen an der Gesamtsumme steigt erkennbar.
2.3.2. Zweckgebundene Spenden
Traditionell gehen wenige zweckgebundene Spenden ein. Im Winter 2022 hat sich das jedoch geändert durch eine Kooperation mit der Stiftung „Gutes Tun“ mit dem Ziel, Unterstützungsleistungen aufgrund der stark gestiegenen Energiepreise zu ermöglichen. Ende 2022 waren auf dem Vereinskonto dazu einige Eingänge zu verzeichnen.
3. Ausgaben
Ebenso wie die Einnahmen bewegen sich die Ausgaben auf einem annähernd stabilen Niveau. Die Zahl der Bedürftigen in Holzwickede verändert sich nur minimal. Allerdings ist eine gewisse Verschiebung von der Anzahl der bedürftigen Kinder und Jugendlichen hin zu Empfänger:innen von Grundsicherung festzustellen.
3.1. Aktion Weihnachtsgeld
Der Großteil der Ausgaben fällt für die Aktion Weihnachtsgeld an. Knapp 20.000€ wurden in den Jahren 2021 und 2022 jeweils aufgewandt. Die Mehrzahl der ausgegebenen Schecks werden in den Monaten Dezember und Januar eingelöst. Aber auch bis zum Sommer des darauffolgenden Jahres werden immer wieder noch Schecks eingelöst. Es ist davon auszugehen, dass einige Bedürftige die Schecks quasi als „eiserne Reserve“ zunächst an die Seite legen und erst bei tatsächlichem dringenden Bedarf einlösen. Damit die Zuwendungen im Rahmen der Weihnachtsgeldaktion nicht mit Sozialleistungen, die Bedürftige erhalten, verrechnet werden (können), erhalten Kinder und Jugendliche bis zum Lebensalter von 16 Jahren aus den Bedarfsfamilien 30€, Personen in der Grundsicherung jeweils 40€.
3.2. Unterstützung von Klassenfahrten und Freizeitmaßnahmen
Bedingt durch die Coronapandemie fanden im Jahr 2021 keine Kinder- und Jugendfreizeiten statt. Für das Jahr 2022 wurden Unterstützung für sechs Kinder und Jugendliche zugesagt und angewiesen. Da allerdings für vier Kinder die Freizeitmaßnahmen mangels Anmeldevolumen nicht zustande kamen, wurde die bewilligten Mittel wieder zurück überwiesen.
Für zwei Kinder wurden Unterstützungen zur Teilnahme an Klassenfahrten in finanziell geringem Umfang geleistet.
Im Rahmen der Veranstaltungen des Holzwickeder Ferienspaßes konnte für mehrere Kinder und Jugendliche durch Kostenübernahme (vorherige Austeilung von Gutscheinen) eine Teilnahme ermöglicht werden. Auch hier war der Finanzbedarf eher gering.
3.3. Unterstützung von Mittagessen in KiTa und OGS
Erfreulicherweise greifen die Unterstützungsleistungen im Zusammenhang des Bildungs- und Teilhabepakets der Bundesregierung mittlerweile, sodass die Notwendigkeit zur Übernahme von Eigenanteilen weitgehend überflüssig geworden.
3.4. „Holzwickede erwärmt sich“
Im Verlaufe des Jahres 2022 ergab sich in der Folge des Krieges in der Ukraine eine stark steigende Inflation, v.a. getrieben durch steigende Energiekosten. Im Vorstand wurde daher überlegt, wie Bedürftigen in dieser Hinsicht geholfen werden kann. Das traf sich mit einer aus dem Kreis der Stiftung „Gutes Tun“ kommenden Initiative, Menschen, die die Energiekostenhilfe des Bundes nicht unbedingt benötigen, zu bitten dieses Geld für besonders von der Krise betroffenen Menschen zu spenden. Daher hat der Vereinsvorstand gemeinsam mit der Stiftung „Gutes Tun“ die Initiative „Holzwickede erwärmt sich“ ins Leben gerufen. In einem Gremium, bestehend aus im sozialen, karitativen und diakonischen Bereich tätigen Holzwickeder:innen, werden zum Berichtszeitpunkt Kriterien für die Weitergabe der Energiehilfen entwickelt. Ziel ist v.a. diejenigen Menschen zu erreichen, die keinen Zugang zu sonstigen Hilfen haben.
3.5. Verwaltungskosten
Für einen spendenbasierten Verein ist es besonders wichtig, Aktionen und Vereinsaktivitäten so zu gestalten, dass der Verwaltungsaufwand möglichst gering bleibt. Ganz vermeiden lassen sich diese allerdings nicht, da Porto- und Versicherungskosten anfallen, Kosten für Eintragungen beim Amtsgericht und Bankgebühren (kostenlose Kontoführung für gemeinnützige Vereine gibt es leider nicht mehr) aufzubringen sind. Insgesamt macht der Verwaltungskostenanteil allerdings nur etwa 3% der Ausgaben aus, sodass 97% der eingesetzten Mittel unmittelbar den Bedürftigen zukommen.
4. Ausblick
Im Zuge der Mitgliederentwicklung und der sich stetig verändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen kann der Blick in die Zukunft nur als herausfordernd beschrieben werden. Viele der liebgewordenen Aktionen zur Schaffung einer guten finanziellen Grundlage für die Unterstützung lassen sich schon jetzt oftmals nur noch mit erheblichen Schwierigkeiten stemmen. Andere sind z.B. aus Gründen des Hygieneschutzes (z.B. Kuchenverkauf) kaum zu verantworten. Auch die Frage einer möglicherweise erforderlichen umsatzsteuerlichen Betrachtung mancher Vereinsaktivitäten gilt es zu beachten.
Positiv herauszustreichen ist das gute Ansehen des Vereins und der Vereinsarbeit in großen Teilen der Holzwickeder Bevölkerung und die Wertschätzung, die unseren Aktionen entgegengebracht wird.
Für die Jahre 2023/24 zeichnen sich (nicht zuletzt aufgrund aktuell hoher Inflation und stetig steigender Energiekosten, die v.a. ärmere Bevölkerungsteile schwer treffen) weiter viele Aufgaben für den Verein im Zusammenhang der in der Satzung benannten Ziele ab. Schön wäre es, wenn es in einem (immer noch) reichen Land wie der Bundesrepublik Deutschland einen Verein wie „Wir für Holzwickede e.V.“ nicht geben müsste. Aber das scheint wohl utopisch.
Holzwickede, 31.12.2022